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Radikal und unkonventionell – Suzanne Valadon (1865 – 1938)

Die französische Malerin der klassischen Moderne ist berühmt für ihre unkonventionellen Frauendarstellungen.

Suzanne Valadon: The Blue Room, 1923
Suzanne Valadon: The Blue Room, 1923

Als uneheliches Kind einer Wäscherin konnte Suzanne Valadon nur kurze Zeit in die Schule gehen. Sie musste sich früh ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen. In ihrem Pariser Wohnviertel auf dem Montmartre wurde sie dank ihrer Schönheit ein beliebtes Modell der ansässigen Künstler, und meist auch deren Geliebte. Mit 18 Jahren gebar sie ihren Sohn, Maurice Utrillo, der später ein ebenso bekannter Künstler wurde.

Suzanne Valadon: Nu au canapé rouge, 1920
Suzanne Valadon: Nu au canapé rouge, 1920

Die Modell-Arbeit in den Ateliers war für Suzanne gleichzeitig intensives Studium. Sie beobachtete die Künstler und begann zu zeichnen „wie eine Rasende“, mit Vorliebe weibliche Akte, ihre Mutter, Straßenmädchen aus der Nachbarschaft, viele Male ihren kleinen Sohn mit ausdrucksstarken Konturen, was Edgar Degas sehr beeindruckte. Er kaufte ihre Zeichnungen und brachte sie erfolgreich in Ausstellungen.

Mit über 40 Jahren begann sie mit Ölmalerei. Es war kurz nach der Scheidung von ihrem wohlhabenden Ehemann und der Heirat mit dem 20 Jahre jüngeren André Utter, als sie ihr berühmtes Werk „Adam und Eva“ schuf, ein Aufsehen erregendes Ölgemälde, das sich heute im Centre Pompidou in Paris befindet.

Suzanne Valadon: Adam and Eve, Selbstporträt mit ihrem jüngeren Liebhaber André Utter (1909)
Suzanne Valadon: Adam and Eve, Selbstporträt mit ihrem jüngeren Liebhaber André Utter (1909)

Als Suzanne Valadon mit 73 Jahren starb, war sie eine der bedeutendsten Malerinnen ihrer Zeit und über die Grenzen Frankreichs hinaus eine bekannte Künstlerin. Sie hinterließ ein Gesamtwerk mit fast 500 Gemälden sowie etwa 300 Zeichnungen und Drucken.

Autorin: Brigitte Nguyen-Duong, 22.02.24

Quellen:

„Die größten Künstlerinnen, von der Renaissance bis zur Gegenwart“ von Elke Linda Buchholz, Copyright 2003 by Prestel Verlag, Lizenzausgabe für area Verlag Erftstadt – www.area-verlag.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Suzanne_Valadon

https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/suzanne-valadon/

Bilder:

Suzanne Valadon (1865-1938). Gelatino-Silberbromid-Druck, entwickelt auf Barytpapier, 1885. gemeinfrei. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Suzanne_Valadon._Portrait_au_chapeau,_photographie,_vers_1885._Ville_de_Paris_Biblioth%C3%A8que_Marguerite_Durand_(BMD).jpg

Suzanne Valadon: Adam and Eve, Selbstporträt mit ihrem jüngeren Liebhaber André Utter (1909). Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56930560

Suzanne Valadon: Nu au canapé rouge, 1920. gemeinfrei. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nu_au_canap%C3%A9_rouge_by_Suzanne_Valadon.jpg

Suzanne Valadon: The Blue Room, 1923. gemeinfrei. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Blue_Room_by_Suzanne_Valadon.jpg

mehr Bilder unter: https://www.lostwomenart.de/artist/suzanne-valadon/