AK PflanzenökologieForschendes Lernen

Ein Steingarten als Blühinsel

Die Idee, neben dem Hochbeet im Botanischen Garten eine bienenfreundliche Blühinsel zu schaffen, hat Gestalt angenommen. Wir haben einen Steingarten, also ein Kiesbeet angelegt und mit passenden Blühpflanzen bepflanzt.

Warum ein Kiesbeet als Blühinsel?

Samen von Blühpflanzen auf eine Wiese streuen, damit Blumen blühen, das funktioniert nicht. Warum ist das so?
Weil auf nährstoffreichen Böden die konkurrenzstarken Stickstoffzeigerpflanzen, also Gräser, fast alle Blühpflanzen verdrängen. Stickstoff regt das Wachstum und die Blattbildung an und bremst die Blütenbildung. Deshalb gedeihen auf fetten, stickstoffreichen Böden hauptsächlich schnell wachsende Gräser. Diese enthalten viel Eiweiß, was für die Ernährung der Kühe und damit für die Milchproduktion von Vorteil ist. Aus diesem Grund werden Wiesen gedüngt. Fette Böden enthalten außerdem sehr viele Wurzeln, die den Blühpflanzen das Leben schwer machen. Für eine Blühinsel braucht man also einen „abgemagerten“ d.h. nährstoffarmen Boden. Außerdem sollte der Boden wasserdurchlässig sein, damit keine Staunässe entsteht. Das ist im Kiesbeet der Fall.

Welche Blumen fürs Steinbeet?

Ginster
Blut-Storchschnabel
Bild der Blüte einer Alpenaster
Alpenaster
Bild eines Natternkopfs
Natternkopf
Samenstand der Pflanze Alpen-Mannstreu
Alpen-Mannstreu
Bild eines Teppichthymian
Teppichthymian

Die Bilder zeigen einige der Pflanzen, die im Beet wachsen. Bei der Auswahl der Pflanzen haben wir uns davon leiten lassen, dass sie Bienen, Hummeln und anderen Bestäubern Futter bieten und möglichst lange blühen. Auch haben wir darauf geachtet, dass sie kalkreiche Böden lieben, an das heimische Klima angepasst sind und Trockenheit und Hitze vertragen.

Anlegen des Kiesbeets

Kiessubstrat auf dem Beet
Kiessubstrat auf dem Beet

.

Neben dem Hochbeet wurde eine 2m x 6 m große Fläche ausgekoffert; das heißt: die Grasnarbe wurde ca. 20 cm tief mit einem Bagger abgetragen und weggefahren.

Dann wurde die Grube mit dem Kiessubstrat verfüllt mit einer Überhöhung von ca. 20 cm zur Mitte hin.

Das Substrat besteht aus einer Mischung aus

  • ungewaschenem Kies 0/16
  • Oberboden
  • gedämpfter Kompost

im Verhältnis 80 : 15 : 5

Kiesel 0 / 16 bedeutet, dass die Kiesel maximal 16 mm Durchmesser haben.
Gedämpfter Kompost bedeutet, der Kompost wurde erhitzt, damit er keine Organismen oder keimfähiges Material enthält.
Einige Findlinge aus weißem Jurakalk wurden, der optischen Gestaltung wegen, noch aufs Kiesbeet gelegt.

Pflanzaktion am 24.5.2022

Verteilen der Pflanzen auf dem Beet
Pflanzen kurz vor dem Einpflanzen
Einpflanzen
Aufbringen des Kalksplitts
Verteilen des Kalksplitts
Gießen des Beetes

Warum Kalksplitt als Mulchschicht ?

Für die Mulchschicht haben wir Splitt aus hellem gebrochenem Jurakalk mit der Körnung 16/32 verwendet.

  • Er enthält keine Feinteile, damit keine unerwünschten Pflanzen aufkommen.
  • Er gleicht Temperaturschwankungen aus.
  • Er hindert die Bodenfeuchtigkeit am Verdunsten.
  • Eine helle Oberfläche strahlt bei starker Sonneneinstrahlung Wärme ab, im Gegensatz zu einer dunklen Oberfläche.
  • Die kantigen und Eckigen Splittsteinchen stabilisieren den Belag; anders als runde Kiesel, die bei Regen leicht wegrutschen.

Dank

Unsere Arbeitsgruppe bedankt sich herzlich beim Team des Botanischen Gartens und beim ZAWIW.

Die Realisierung dieses Steinbeets war nur möglich dank der tatkräftigen Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Botanischen Gartens.

  • Sie haben uns bei der Gestaltung des Beetes und der Auswahl der Pflanzen beraten
  • Sie haben uns bei der Beschaffung der Pflanzen geholfen. Einige der verwendeten Pflanzen stammen aus der Anzucht des Botanischen Gartens.
  • Mitarbeiter des Teams haben das Auskoffern des Beetes mit einem Bagger erledigt.
  • Sie haben den Kies für das Beet und den Splitt als Bodendecker organisiert und hergefahren.
  • Sie haben uns am Pflanztag unterstützt und uns ihre Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Und …

ohne die großzügige finanzielle Unterstützung durch den Förderkreis des ZAWIW, der die Kosten für die Pflanzen, den Kies, den Schotter und einige andere Dinge und Dienstleistungen übernommen hat, könnten wir unser Projekte ebenso nicht durchführen